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Musik nonstop: 17 Gruppen und Solisten an drei Tagen Drucken E-Mail

Dienstag, den 24. August 2010 um 21:39 Uhr

Die Vorfreude wächst: Organisatoren, Sponsoren und Stargast King Size Dick (4.v.l.) fiebern dem 17. Dürener Mundartfestival am ersten Septemberwochenende entgegen. Foto: AbelsDas 17. Dürener Mundartfestival der AG Schnüss lockt vom 3. bis 5. September bei freiem Eintritt in den Willy-Brandt-Park

Düren. Dürener Stadtpark statt Kölner Roncalliplatz, AG Schnüss statt Bläck Fööss: Eine größere Wertschätzung hätte King Size Dick den Organisatoren im Vorfeld des 17. Dürener Mundartfesti vals kaum entgegenbringen können. Während sich die Kölner Kultmusiker erst spät entschieden, wann und vor allem mit wem sie ihre 40-jährige Bühnenpräsens feiern wollen, hatte die AG Schnüss schon früh um den Kölner Barden gebuhlt, der lange Jahre auch die Bläck Fööss begleitet hat – als Fahrer und Sänger. Und die einmal der AG Schnüss gegebene Zusage, am 4. September in Düren aufzutreten, wollte der „kölsche Troubadour" auch nicht mehr revidieren, als ihn die Fööss dann doch noch einluden.

Und so freut sich Heinz Ganss, wie der „Dick" mit bürgerlichem Namen heißt, auf ein Wiedersehen mit der Bühne vor dem Platanendach, auf der er schon 2002 stand. Im Gepäck: kölsche Evergreens von Ostermann und Berbuir, aber auch seine Ohrwürmer „Linde Lou" und „Kölle am Rhing".

Der Auftritt von King Size Dick am Samstagabend um 19 Uhr ist aber nur einer von 17 während des dreitägigen Festivals vom 3. bis 5. September, das Dank der Unterstützung von Sponsoren wie immer ohne Eintritt über die Bühne gehen kann. Die AG Schnüss und mit ihr das Dürener Mundartfesti val sind mittlerweile so angesehen, dass immer mehr auswärtige Bands das Forum nutzen wollen, um sich dem Dürener Publikum und auch vielleicht dem einen oder anderen Veranstalter zu präsentieren. Weil die Resonanz so groß ist, „und wir keiner Gruppe mit Blick auf die Vielseitigkeit absagen wollten", wie AG-Schnüss-Organisationsleiter Gerhard Suhr betont, ist das Festival noch einmal erweitert worden. Genauer gesagt fällt der Startschuss am Samstag diesmal bereits um 16 Uhr.

Los geht's aber am Freitagabend mundartfern: Ein Widerspruch? „Keineswegs", verweist der AG-Schnüss-Vorsitzende Addy Clemens auf die Vereinssatzung, in der ausdrücklich auch die Förderung anderer Musikrichtungen verankert ist. Und so dürfen sich die Besucher im Willy-Brandt-Park am 3. September von 18 bis 22 Uhr auf die Westernhagen-Coverband „Ganz & Gar" und die Who-Coverband „Who are you" freuen.
Mit den „Pantoffelhelden" aus Stolberg startet dann am Samstag der SWD-Mundartabend, bei dem sich bis 22 Uhr neben King Size Dick „De Nüggele" (Köln) und die hessische Formation „OBA-Kölsche Tön" das Mikrofon in die Hand geben. Dazu kommen mit den Schweess-Fööss und Echte Fründe zwei Mitbegründer des Festivals, die noch in keinem der 17 Jahre gefehlt haben.

Und schließlich steigt am Sonntag, 5. September, wieder der beliebte „Famillijedaach". Von 11.30 bis 20 Uhr gibt es Livemusik nonstop mit sieben Gruppen, Solist Michael Herzog und den Nothberger Fanfarentrompetern. Als besondere Attraktion wartet auf die Kinder die „Freie Ritterschaft der Alemannen", die an allen drei Tagen an der Rur ihr Lager aufschlägt und dem Nachwuchs am Sonntag Einblicke ins Mittelalter gewährt, unter anderem mit einer mobilen Schmiede, an der sich Jungs und Mädchen ein Hufeisen fertigen können. 

Angemerkt

Ohne Sponsoren geht es nicht

Jazztage, Oldie-Night, Burgfestspiele in Nideggen, Mundartfestival – von den Auftritten im Rahmen der Annakirmes und des Stadtfestes Mitte September ganz zu schweigen: Der Musiksommer an der Rur bietet auch in diesem Jahr wieder für nahezu jeden Geschmack etwas und sorgt für viele unterhaltsame Stunden. Und dass Dank Unterstützung von Sponsoren bei Jazztagen, Mundartfestival und Stadtfest traditionell sogar kostenlos. Wer hohe Zinsen oder Energiepreise kritisiert, sollte auch dies bedenken. Billig-Anbieter im Internet stehen für derartige Unterstützung selten zur Verfügung. Ohne Hilfe aber geht es nicht.

Denn selbst wenn Bands wie beim Mundartfestival auf Gage verzichten – auch weil sie vielleicht mit künftigen Engagements rechnen –, bleibt für den veranstaltenden Verein und seinen ehrenamtlichen Vorstand ein großes finanzielles Risiko. Licht-, Ton- und Bühnentechnik, Gema-Abgaben – die Liste der Kosten ist lang und bei Freiluftveranstaltungen, deren gastronomischer und damit kostendeckender Erfolg nun einmal vom Wetter abhängig ist, ohne Hilfe Dritter kaum zu stemmen.

Quelle Dürener Zeitung geschrieben von Jörg Abels